DC Storm – Bid Management und Tracking fuer Affiliates im Test – Teil 2

Ja, hält es denn nun, was es verspricht?! In Teil 1 des Tests ging es grundsätzlich nur um einen ersten Eindruck.

Die Fakten des Tests:

  • Getestet wurde mit … einem Blumenversand Vergleich mit ca. 600 Klicks pro Tag über Google AdWords und ca. 200 pro Tag über Yahoo Search Marketing / Bing Ads.
  • … einem Preisvergleich mit ca. 100.000 Klicks pro Tag über Google AdWords.
  • … sowie einem Print-Anbieter-Vergleich.
  • Der „Test“ lief nun über 2 Jahre. Test in Anführungszeichen, da ich nie geplant hatte einen Test durchzuführen, dennoch könnten meine Erfahrungen für einige von euch interessant sein.
  • Ich versuche den Test kurzweilig zu schreiben und weitestgehend auf technische Details und wissenschaftliche Analysen zu verzichten (Weil ich selbst zu doof dafür bin ;))

Seht es also als einen Test vom User für User an!

Mitte 2011 ging es also los. Mir wurden direkt nach der unproblematischen Vertragsabwicklung diverse Trackingcodes für die Websites geschickt, welche wir direkt eingebunden haben.

Tracking der Daten

In DC-Storm selbst wurden alle relevanten Affiliate-Netzwerke aktiviert. Da hier alle populären Affiliate-Netzwerke bereits an DC-Storm über die jeweiligen Schnittstellen eingerichtet sind, bedarf es nur wenigen Klicks. Affiliate-Netzwerke, die nicht angelegt sind, kann man nachträglich einrichten bzw. vom DC-Storm Team (gegen Aufpreis) einrichten lassen. Dies gestaltet sich aber grundsätzlich unproblematisch und geht zügig von statten. Im Endeffekt benötigt DC-Storm nur einen automatisierten Bericht des jeweiligen Netzwerkes und muß die jeweiligen Felder (Sales, Umsatz, …) zuordnen können.

Nachdem das Tracking eingebunden und DC Storm mit dem AdWords- und YSM (inzwischen Bing Ads)-Konto verbunden war, hieß es erstmal abwarten – Daten sammeln.

Frontend: Äpfel gibt’s hier nicht

Wer sich bei DC-Storm das erste mal einloggt, wird erschlagen. Es ist ein Frontend, welches offensichtlich von und für Technik-affine Menschen entwickelt wurde. Weeeeit von der Usability eines Apple-Produktes entfernt, was die Lernkurve sehr steil macht. Ich persönlich möchte eigentlich ein Bid Management benutzen um mir die Arbeit zu erleichtern. Mit DC Storm wird sie jedoch erstmal nur schwerer. Langfristig gesehen wird dies natürlich relativiert und DC Storm leistet hier einen guten Job. Dennoch kann man hier einiges nachholen, denn seit 2011 hat sich bis dato (August 2013) Frontend-Technisch nichts verändert.

DC Storm Frontend

DC Storm Frontend

Abhilfe hierbei schafft einerseits das  „Trainings & Support Center“ mit diversen Anleitungen, „How Tos“ und Definitionen in Englisch und Deutsch sowie die erstklassige Hilfe von Birger Friedrichs, dem Ansprechpartner bei DC-Storm.

Nach vielen Tagen ( und Wochen und Nächten?) der strategischen Kriegsführung mit Hilfe von Fragestellender Munition gegen mit Birger Friedrichs und des Lesens des Materials im Help-Center fand ich mich nun einigermaßen zurecht.

Regeln und Formeln – Mühsam ernährt sich das Nerdhörnchen

Ich begann also damit, sogenannte „Site-Profiles“ (Regeln) und „Site-Strategies“ (Automatisierung der angelegten Regeln) zu erstellen, die mir das Bid Management abnehmen sollen. Eine Regel wird erstellt, indem man diverse Filter und eine dazugehörige Aktion einstellt.

DC Storm Regeln

DC Storm Regeln

DC Storm Tasks

DC Storm Tasks

 

Eine Regel könnte z.B. sein: Ziehe alle aktiven Keywords inkl. dazugehöriger Statistiken mit mindestens 100 Klicks in den letzten 4 Wochen aus einer Nicht-Display-Netzwerk-Basierten Kampagne.

Der dazugehörige „Task“ (Aufgabe) wäre dann: Setze einen neuen CPC mit Hilfe einer vordefinierten Formel, die man auch selbst in sogenannte „Costum Fields“  in DC Storm anlegen muß.

DC Storm Costum Fields

DC Storm Costum Fields

Diese Formen könnte einfach gesagt folgende sein: Einnahmen/Klicks um zu gewährleisten, das der CPC nie die Schwelle zum Verlust überschreitet. Ich könnte das ganze hier noch weiter ausführen, würde mich aber vom eigentlichen Test abschweifen lassen. (Wenn Ihr euch für Gebotsstrategien etc. interessiert, schreibt mir gerne einen Kommentar unter diesen Artikel und ich schreibe euch Ideen zu Gebotsstrategien in Google AdWords / MSN).

Als letztes legt man dann sogenannte „Site-Strategies“ an, welche die Regeln und Tasks automatisieren. Man sagt dem System also z.B. „Führe Regel X jeden Montag aus mit Zeitraum Y und schicke mir bei Fehlern eine E-Mail“.

DC-Storm Strategies

DC-Storm Strategies

Berichte & Auswertungen – Grips und Motivation zahlt sich aus

Nun lies ich die Kampagnen wieder eine Weile laufen und erstellte mir im Laufe der Zeit in DC Storm diverse Berichte. Die klickt man sich ähnlich wie die Regeln zusammen und speichert diese ab. Hier hat man verschiedene Möglichkeiten sich die Berichte zukommen zu lassen. Zum Beispie habe ich eingestellt, mir einige Berichte direkt im Dashboard (zum Dashboard komme ich gleich) nach dem Einloggen anzuzeigen und mir regelmäßig per Mail zukommen zu lassen. Ein paar nützliche Berichte als Beispiel:

  • Negativ-Keywords-Report –  Fasse alle Suchanfragen, die nicht im AdWords Account existieren mit 0 Sales und Klick-Kosten des dazugehörigen Keywords mit mehr als 1 € zusammen und schicke mir diese 1x pro Woche per E-Mail.
  • Top Keywords nach Revenue – Zeige mir alle Keywords mit mehr als 200 Sales im Zeitraum X und Revenue > 0. Diese Keywords sind offensichtlich die wichtigsten des jeweiligen Marktes und eignen sich übrigens hervorragend als Grundlage für weitere SEO-Aktivitäten. Nebenbei finde ich auch genial, das man mit Hilfe von SEA sehr schnell die wichtigsten Keywords eines Marktes identifiziert um jene dann in den organischen Ergebnissen zu optimieren.
  • Gesamt-Übersicht nach Kampagne – zeige mir alle relevanten Daten (Clicks, ROI, Revenue, Sales, Cost, …) für die verschiedenen Kampagnen auf einen Blick für Zeitraum X.
    Der Bericht sieht dann z.B. so aus:
DC-Storm Übersicht

DC-Storm Übersicht

Das Dashboard Disaster

Alle Nerdfernen Geschöpfe werden hier erstmal jammern. Es gibt keine vordefinierten Dashboards, keine Grafiken und keine Statistiken. Man muß sich alles selbst zusammenbasteln und das auf eine richtig mehrwürdige Art und Weise. Nämlich mit Excel (Ja, *Kotz*!).

DC-Storm liefert hier diverse Excel-Vorlagen, die man sich in Excel importiert um dann verschiedene Spalten mit Werten etc. zu versehen und diese Vorlagen dann wieder in DC-Storm zurück zu importieren. Dieser Schritt muss bei jeder Änderung durchgeführt werden, was das ganze zu einer ziemlich langwierigen Sache ausarten lassen kann.

So kann am Ende ein Dashboard mit verschiedenen Tabs aussehen

DC Storm Dashboard 1

DC Storm Dashboard 1

DC Storm Dashboard 2

DC Storm Dashboard 2

Ein solches Dashboard ist unverzichtbar für Kampagnen mit einem gewissen Traffic-Volumen und sollte unbedingt angelegt werden. Hier wäre es schön, wenn DC Storm direkt Best Practices-Vorlagen für Affiliates anbietet.

Das Dashboard ist ein sehr großer negativer Punkt für mich und lässt mich seit Beginn der DC-Storm Partnerschaft zweifeln, ob ich nicht zu einem Konkurrenten abzuwandern sollte. Geblieben bin ich jedoch bis dato, da das, was ich grundsätzlich brauchte funktioniert und ich bis 2011 kein Bid Management gekannt habe, das Affiliates so stark als Zielgruppe bedienen kann.

Support & Kontakt – Note 1+

Was DC-Storm wirklich hervorstechen lässt ist der Kontakt und Support. Hier ist mein Ansprechpartner in Deutschland Birger Friedrichs, der seinen Job mehr als hervorragend leistet. Selten ist man in der Onlinemarketing/Affiliate-Branche im Support einen so kompetenten, technisch-Affinen und gleichzeitig freundlichen Kontakt gewohnt. Wenn auch nicht immer (aber meistens) Entgfeldfrei, wurde mir über Telefon, Skype und Mail binnen kürzester Zeit geholfen. Dieser Punkt lässt schon fast (aber nur fast) das Dashboard-Disaster vergessen.

Die Kosten

Ich kann hier keine genauen Preise nennen, dennoch, wer DC Storm einsetzen möchte sollte mindestens 700 € monatlich einplanen und sich über zusätzliche Kosten für höhere Traffic-Volumina im klaren sein.

Fazit

Mit DC Storm ist es möglich fast alles im Bereich Bid Management regelbasiert zu erreichen und sich Berichte in sämtlichen Variationen zu erstellen. Das jedoch nur mit viel Aufwand. Unterm strich erwirtschafte ich nun bereits langfristig Gewinne fast vollautomatisiert dank DC-Storm. Es tut also was es tun soll.

apple_bite2

Dennoch bin ich zwiegespalten: Ich bin mir nicht sicher ob ich die richtige Zielgruppe für DC-Storm darstelle. Einerseits bin ich ein technisch-affiner Mensch, jedoch lange nicht so motiviert in die technische Materie einzutauchen wie ein Programmierer. Neben der Technik liebe ich gleichzeitig Einfachheit, Klarheit und Usability.

Hätte ich bei DC-Storm in diesem Punkte etwas zu sagen, würde ich die Frage stellen: Warum das Frontend nicht so Benutzerfreundlich wie möglich inklusive Vorlagen, ordentlichen Dashboards etc. gestalten, jedoch mit der Option die tiefgreifenden Möglichkeiten der vielfältigen Erstellung von Regeln, Tasks, Berichten usw. aufrecht zu erhalten?

Was mir an DC-Storm besonders gefallen hat:

  • Die Einstellungsmöglichkeiten und Komplexität.
  • Vordefinierte Anbindungen an die verschiedenen Affiliate-Netzwerke.
  • Der Kontakt und Support.
  • Hat sich u.a. auf Affiliates spezialisiert, was man am Support der verschiedenen Partnernetzwerke merkt.
  • Es lassen sich auch andere Trafficquellen tracken (Direct, Referrer, Newsletter, …) wenn richtig vertaggt.

Dem stehe ich neutral gegenüber:

  • Die Kosten sind in Ordnung und recht übersichtlich, könnten für kleinere Affiliates jedoch noch niedriger angesetzt werden. Hier steht jedoch wieder die Komplexität (oder Kompliziertheit?) von DC Storm im Weg. Wäre DC-Storm leichter Bedienbar, würde sich der Aufwand für Support senken lassen und man könnte kleinen Affiliates sogenannte „Out Of The Box Basis“ Pakete anbieten. Wäre eine Idee für das Product Management.

Das hat mir an DC-Storm nicht gefallen

  • Die komplizierte Komplexität. Komplexität kann auch einfach sein. Ist hier aber nicht der Fall. DC-Storm ist an vielen Ecken und Enden unnötig kompliziert.
  • Es gibt kaum vordefinierte brauchbare Regeln, Aufgaben, Strategien, Berichte und Dashboards.
  • Sehr steile Lernkurve.
  • Das Optimieren von Display-Kampagnen ist in Google AdWords nur begrenzt möglich. Einzelne Placements / Seiten lassen sich nicht richtig auswerten um automatisch ein Placement-Bezogenes Gebot setzen zu können.

In Punkten würde ich DC-Storm 3 von 5 Sternen vergeben.

3-stars-out-of-5

Eignet sich DC-Storm für dich?

Du magst komplexe Systeme, Frickeleien mit vielen Werten, Exceltabellen, besitzt ein Android-Smartphone, einen USB-Ventilator und würdest dich selbst als (zumindest Teilzeit-)Nerd bezeichnen? Dann wirst du DC-Storm lieben!

Du hast ein iPhone ab Generation 4, stehst auf runde Ecken und bekommst beim Anblick eines Tabellenkalkulationsprogrammes einen leichten bis moderat-starken Würgereiz in der unteren Region deines Rachens? Dann wirst du Sex & the City lieben! Späßle, du weißt was ich meine 😉

Unterm Strich: Bist du ein hauptberuflicher Affiliate und möchtest im Bereich SEA Zeit sparen und den ROI maximieren, kommst du um ein Bid Management nicht herum. Ob DC Storm hierbei das richtige für dich ist, mußt du selbst entscheiden. Ich bin mir sicher, es gibt inzwischen auch andere gute System. Ob Intelliad ein gutes ist, kann ich leider aus eigener Erfahrung (noch) nicht behaupten. Solltest du kein Affiliate sein, würde ich von DC-Storm direkt absehen und z.B. Intelliad testen.

Was denkt Ihr über DC-Storm und diesen Bericht? Habe ich etwas vergessen? Kennt Ihr andere Bid Management Systeme, die vergleichbares leisten?

Ein Gedanke zu „DC Storm – Bid Management und Tracking fuer Affiliates im Test – Teil 2

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